Rund um die Neuenhagener Oderinsel (Information 1/5 zu Bild 11)
   
Hier bei Hohensaaten mündete der von 1747-1753 geschaffene Durchstich für das neue Bett der Oder. Die Neuenhagener Oderinsel wurde sozusagen mit der Flutung dieses Durchstichs geschaffen. Die Preussenchronik des ORB  (Quelle) berichtet über dieses »Mammutprojekt«:

Die Trockenlegung des Oderbruchs

»Immer noch und zumal nach zwei Kriegen leidet Preußen unter einer zu geringen Bevölkerung. Schon 1740 hatte Friedrich konstatiert: Darüber gibt's nur eine Meinung, dass die Stärke eines Staates nicht in der Ausdehnung seiner Grenzen, sondern in seiner Einwohnerzahl beruht. ... Darum liegt es im Interesse eines Herrschers, die Bevölkerungszahl zu heben.

Die Trockenlegung des Oderbruchs gehört zum Vermächtnis des Vaters, Friedrich Wilhelms I., dem dieses Unternehmen zu kostspielig war. Sein Sohn, Friedrich II. bewältigt das Mammutprojekt zwischen dem Zweiten und dem Dritten Schlesischen Krieg. Im Juli 1747 beginnen 1600 Arbeiter, darunter viele Soldaten, unter Leitung des holländischen Wasserbauers Simon Leonhard von Haarlem und nach Berechnungen des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler mit der Begradigung und Eindeichung des Oderlaufs. Überschwemmungen und Sumpffieber, aber auch Widerstände der Einheimischen, die mit Waffengewalt bezwungen werden, behindern immer wieder die Arbeiten. Im Jahr 1753 ist das große Werk vollendet. 20,3 Kilometer neuer Flusslauf, 32.500 Hektar Land sind gewonnen, bis 1761 werden 33 neue Dörfer gegründet. Die Kolonisten, die aus Pommern, Sachsen, Schwaben, Franken, dem Vogtland, aus Polen und Böhmen und aus der gesamten Mark kommen, erhalten enorme Vergünstigungen und Steuererleichterungen.