Durch die Döberitzer Heide (Informationen 5/11 zu Bild 21) Zum Verzeichnis der Informationenzum Bild zurück
   
Wo der Westen Osten wurde
Im Februar 1951 vollzog die DDR, was Briten und Sowjets bereits 1945 vereinbart hatten. Die Stadtgrenze von 1920 hatte die Flughäfen Gatow und Dallgow/Staaken durchschnitten. So hatten beide Mächte jeweils Teile der Flughäfen unter ihrer Kontrolle, aber keinen ganzen. Im Zuge eines Gebietstauschs zwischen den Besatzungsmächten gelangte Gatow gänzlich unter britische Kontrolle, Dallgow/Staaken hingegen unter sowjetische. Zunächst blieb West-Staaken aber weiter in der Verwaltung des Bezirks Spandau, aber auf einmal stand die Volkspolizei vor der Tür. Der Ortsteil wurde zunächst der Verwaltung des Bezirks Mitte unterstellt. Das erwies sich schnell als äußerst unpraktisch. So kam West-Staaken zum Landkreis Nauen. Ein Dreieck Rieselfelder bei Seeburg kam auch unter die Kontrolle der sowjetischen Besatzungsmacht. Umgekehrt kamen Teile des Landkreises Potsdam und der östlich des gleichnamigen Sees gelegene Teil der Gemeinde Groß-Glienicke zum Britischen Sektor, als die neue Besatzungsgrenze längs der Potsdamer Chaussee gezogen wurde.

Exklaven, Enklaven
Bei der Schaffung Groß-Berlins 1920 blieben historisch zu den Dörfern oder Gutsbezirken gehörende Gebiete bei den neuen Bezirken, auch wenn sie außerhalb der Stadtgrenze lagen. Sie gehörten entweder zu Spandau oder zu Zehlendorf. So hatte ab Sommer 1945 der Westen Berlins auf einmal Gebietsteile, die noch einmal extra umgeben von der Sowjetischen Besatzungszone waren. Die größte dieser Exklaven, Falkenhagener Wiese, war fast einen halben Quadratkilometer groß. Die kleinste am Böttcherberg maß gerade einen guten Morgen. Steinstücken war als einzige Exklave dauerhaft bewohnt. Umgekehrt gab es aber auch Gebietsstückchen der DDR, die innerhalb West-Berlins gelegen waren (Eiskeller). Im Zuge von Gebietstauschen nach dem Vier-Mächte-Abkommen von 1971 konnten "Flurbereinigungen" vorgenommen werden, die die Grenzen glätteten. So fielen das Areal des einstigen Potsdamer Bahnhofs und das Lenné-Dreieck an West-Berlin. Steinstücken bekam 1972 seine direkte Straßenanbindung an Kohlhasenbrück. Die letzten Exklaven verschwanden im Juli 1988.