An der Drahendorfer Spree (Informationen 1/5 zu Bild 1) Zum Verzeichnis der Informationenzum Bild zurück
   
Lebuser Land (Quelle)

Der slawische Stamm der Lebuzzi oder Lebuser siedelte sich im 7. Jahrhundert zwischen Spree und Oder an und gründete Orte. "Terra Lubus" wurde erstmals 1194 erwähnt, zuvor war ein Schloß und ein Bistum dieses Namens genannt, das bis ins 13. Jahrhundert in Lebus seinen Mittelpunkt hatte. Das seit dem Mittelalter stets umkämpfte Gebiet erstreckt sich ursprünglich beiderseits der Oder, wurde aber seit frühester Geschichtsschreibung zumeist auf den westlich gelegenen Teil beschränkt, so bereits im Landbuch Karl IV. von 1375. Im Lebuser Land zwischen Oder, Schlaube, Spree, Löcknitz und Stobber finden sich von Nordosten nach Südwesten drei hauptsächliche Landschaftsformen: das Oderbruch zwischen Oder und Alter Oder (Bad Freienwalde - Seelow), das Hochland mit einem Großteil der Märkischen Schweiz bis etwa zur Linie Müncheberg - Heinersdorf - Lebus sowie das südlich gelegene Waldland bis zu Schlaube, Spree und Löcknitz.
Mit den Reformen 1815 entstand der Kreis Lebus, den man 1950/52 mit einigen Veränderungen nach über 1000jähriger Geschichte in die Kreise Seelow und Fürstenwalde teilte.
Als größte Stadt und geschichtliche Hauptstadt des früheren Lebuser Land machte sich das über 700jährige Fürstenwalde einen Namen. Seit 1385 hatte hier das Bistum Lebus seinen Sitz und mit der damaligen St. Marien-Kirche die Kathedrale. Ihr bedeutendster Bischof war Dietrich von Bülow (1490-1523), der gelehrte Berater Joachim I. und erster Kanzler der Frankfurter Universität. Zunehmend erlangte die Stadt wirtschaftliche Bedeutung - bis hierher war die Spree in Richtung Osten schiffbar. Handel und Handwerk ließen das mittelalterliche Fürstenwalde aufblühen. Heute sind nur wenige Bauten dieser Zeit erhalten. Dennoch prägen sie die Silhouette der Stadt. In der alles überragenden Domkirche St. Marien, einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche, deren Grundmauern vermutlich Mitte des 15. Jahrhunderts neu errichtet wurden, befindet sich das älteste Bauwerk der Stadt: das Sakramentshaus (1517), 12.50 Meter hoch. …