Muskauer Park/Park Muzakowski (Informationen 1/1 zu Bild 8) Zum Verzeichnis der Informationenzum Bild zurück
   
Hermann Ludwig Heinrich Fürst von Pückler-Muskau (Quelle)

Pückler, schlesisches Uradelsgeschlecht, urkundlich erstmals 1306 erwähnt, wurde 1655 als "Pückler von Groditz" in den böhmischen alten Herrenstand, 1690 in den Reichsgrafenstand erhoben. Eine fränkische, mittlerweile im Mannesstamm erloschene Linie besteht als "Pückler und Limburg" seit dem 18. Jahrhundert. Ein bedeutender Vertreter ist Hermann Ludwig Heinrich Fürst (seit 1822) von Pückler-Muskau. Sein Pseudonym war Semilasso. Schriftsteller (geboren in Muskau am 30.10.1785 und gestorben auf Schloß Branitz bei Cottbus am 4.2.1871). Nach dem Jurastudium in Leipzig Offizier in sächsische und russischen Diensten; zog er sich nach den Freiheitskriegen auf den 1811 ererbten Herrensitz Muskau zurück, wo er nach englischem Vorbild eine Parklandschaft errichten ließ. 

Ab 1828 unternahm er Reisen in die Niederlande, nach Frankreich, Großbritannien und Irland; die Berichte darüber wurden anonym unter dem Titel "Briefe eines Verstorbenen" (4 Bände 1830-32) veröffentlicht. Die in den 1830er Jahren unternommenen Fahrten nach Nordafrika (Algier, Ägypten). Kleinasien und Griechenland schlugen sich literarisch unter anderem in "Semilasso in Afrika (5 Bände 1836), "Südöstlicher Bildersaal" (3 Bände 1840-41) und "Aus Mehemed Ali´s Reich" (3 Bände 1844) nieder. Nach Verkauf der Herrschaft Muskau 1845 lebte er hauptsächlich auf Schloß Branitz, wo er ebenfalls Gärten anlegen ließ, sowie in Berlin. Pückler - Muskau war der beliebteste Reiseschriftsteller seiner Zeit; seine geistreichen und glänzend geschriebenen Berichte und Reflexionen enthalten kulturgeschichtlich aufschlußreiche, oft witzig dargebotene Charakter- und Sittenschilderungen fremder Länder und ihrer aristokratischer Kreise. Übrigens: Fürst Pückler-Muskau erfand auch das berühmte Pückler-Eis, ein Speiseeis aus Sahne mit Makronen sowie mit Schokoladeneis und Erdbeereisschichten.